Das passende Fernglas

Für den vergrößerten Blick in die Ferne gibt es eine Vielzahl an Ferngläsern in allen Größen, Bauarten und Preisklassen. Was man damit aber betrachten möchte und wie der Einsatzfall des Fernglases aussieht bestimmt wesentlich diese Anschaffung. Der Faktor Geld bestimmt dann noch einmal die Qualität des Fernglas, wobei hier ab einer nicht allzu hohen Preisschwelle schon relativ vernünftige Gläser erhältlich sind. Nach obenhin ist hier fast keine Preisgrenze gesetzt und die Preise steigen auch exponentiell ab einer gewissen Qualitätsstufe, bei Ferngläsern eines bestimmten Herstellers oder speziellen optischen Ausstattungsmerkmalen.

Hier habe ich mich persönlich auch herangetastet und ich habe meine Erfahrungen gesammelt. Somit rate ich von ganz billigen Gläsern aus dem Discounter ab und auch Einsteigermodelle von namenhaften Herstellern liefern nicht immer das gewünschte oder erträumte Sichtergebnis.

Aber ich habe auch mit überschaubaren Ausgaben mit eine Auswahl an Ferngläsern anschaffen können, die mir vor allem an den Aussichtspunkten im Schwarzwald oder der schwäbischen Alb schon viele klare und kontrastreiche Blicke in die Ferne erlaubt haben.

Somit muss es zum Beispiel auch nicht unbedingt bei einer Investition ein neues Fernglas mit allen technischen Raffinessen sein, so manches altes Fernglas aus vergangenen Tagen, als in Deutschland noch die Hochburg für optische Geräte war, leistet auch heute noch sehr gute Dienste. Oft kann dieses Fernglas mit sehr gut mit neueren Geräten (die oft im asiatischen Raum hergestellt werden) optisch mithalten oder leistungstechnisch sogar überbieten.


Das Spektiv MD 62 W von Minox  auf einem Stativ aufgebaut und im Einsatz


Reisefernglas Nikon

Gerätebeschreibung

Mein erstes Fernglas, welches ich mir zugelegt habe, ist das Nikon Sportstar EX 10x25. Dieses Dachkant-Fernglas hat eine 10-fache Vergrößerung und eine Eintrittslinse mit 25mm Durchmesser.

Im Lieferumfang ist eine Nylon-Gürteltasche enthalten sowie ein Trageriemen. Das komplette Gerät ist gummiert, stickstoffbefüllt und besitzt einen Dioptrinausgleich.

Das Sichtfeld des Nikon Sportstar EX beträgt laut Herstellerangaben 6,5° und wiegt nach eigener Überprüfung inklusive Tasche 342 Gramm.

 

Verwendung

Dieses Gerät habe ich mir als relativ kompakten und leichten Begleiter für meine Radtouren und Wanderungen gekauft. Bei Radtouren kann dieses Fernglas noch gut in der Lenkertasche oder Gepäckträgertasche mitgeführt werden, beim Wandern kann es am Gürtel getragen werden oder findet in so manch kleinem Rucksack guten Unterschlupf.

 

Einstufung

Das Gerät ist sehr kompakt und bietet mit seiner 10-fachen Vergrößerung auch eine stark vergrößerten Blick in die Ferne. Die optischen Eigenschaften sind laut Hersteller als brillant beschrieben, diese Beschreibung halte ich allerdings für stark übertrieben, vor allem wenn man einmal ein "richtiges" Fernglas in der Hand hatte und nicht nur dieses Kompaktfernglas. Da ich ein um ca. 30 Euro teureres Fernglas von Steiner (Typ Safari) in der Hand hatte, kann ich diese Mehrinvestition nur empfehlen, da dieses Fernglas mit gleichen technischen Daten ein deutlich besseres Bild hatte.

Allerdings reicht mir dieses Fernglas als "Kleiner" Begleiter für meine Touren und wenn ich "mehr" sehen möchte, nehme ich gezielt größere Ferngläser in die Hand.

Weitwinkelfernglas Tasco

Gerätebeschreibung

Bei diesem Fernglas handelt es sich um ein Erbstück von meinem Großvater. Daher hat dieses Fernglas für mich einen ganz speziellen individuellen Wert, auch wenn die technischen Daten nicht überdurchschnittlich hoch sind und auch der Hersteller Tasco kein Hersteller für optische Geräte mit einer großen Tradition oder Geschichte ist.

Das Fernglas hat die Bezeichnung Zip 320z und eine 8-fache Vergrößerung. Die Eintrittslinsen haben einen Durchmesser von 30mm und es handelt sich vom Aufbau um ein Porro-Fernglas.

Die Materialwahl ist typisch der 70-er und 80-er Jahre, denn viel Teile sind aus Kunststoff, ebenso wie auch der Tragriemen, Der Köcher für das Fernglas  besteht ebenfalls aus kunststoffbeschichteter Pappe. Dafür ist es mit 748 Gramm auch ein relativ leichtes Fernglas und der Sichtwinkel beträgt 153 Meter auf 1000 Meter Entfernung.

 

Verwendung

 Bei diesem Fernglas handelt es sich um ein klassisches Fernglas für Wanderungen, welches weitaus bessere optische Eigenschaften besitzt, als das Nikon Sportstar und der Blick durch das Glas erlaubt ein sehr klares und helles Bild bei einem breiten Sichtfeld. Somit handelt es sich um ein klassisches Multitalent mit durchgängig durchschnittlich guten technischen Daten. Gebracht sind Ferngläser dieser Art auch sehr günstig weit verbreitet auf dem Markt erhältlich.

 

Einstufung

Da dieses Gerät immer noch relativ leicht ist und der Blick dadurch auch Spaß macht, ist es das ideale Fernglas für Wanderungen und Tagestouren,Naturbeobachtungen oder für den Besuch eines Aussichtspunkts. Durch die kompakten Abmaße kann dieses Glas gut in einem Wanderrucksack verstaut werden . Wer sich ein günstiges und gutes Fernglas anschaffen möchte, dem kann ich zum Kauf eines gebrauchten Typs mit ähnlichen Eigenschaften zuraten, da hier das Preis-Leistungsverhältnis viel besser ist, als billige Ramschware aus Fernost.

Zeiss Feldstecher Pentekarem

Gerätebeschreibung

Mein Zeiss Fernglas Pentekarem 15x50 mit 1Q-vergüteter Optik ist mein persönliches Lieblingsstück. Dieses Fernglas habe ich relativ günstig gebraucht erworben und es handelt sich um ein Fernglas vom traditionellen Hersteller Carl Zeiss Jena und ist noch "Made in Germany".

Es besitzt eine 15-fache Vergrößerung und die Objektivlinse hat einen Durchmesser von 50 mm. Vom Aufbau handelt es sich ebenfalls um ein Porro-Fernglas.

Der gesamte Aufbau ist sehr robust und aus Aluminium und es wurde nahezu kein Kunststoff verbaut. Der Trageriemen besteht aus Leder und ich habe diesen selbst erneuter, ebenso habe ich nachträglich noch Gummi-Augenmuscheln angebracht.

Das Sichtfeld beträgt ca. 81 Meter auf 1000 Meter Entfernung und das Gewicht inklusive Köcher beträgt 1672 Gramm.

Das Bild ist gestochen Scharf und auch bei Dunkelheit kann mit dem Fernglas auf Grund der großen Eintrittslinsen noch viel erkannt werden, die Maßzahl für die Dämmerungsleistung beträgt 750.

Der Köcher besteht aus teilweise aus Echtleder, den Tragriemen hiervon habe ich ebenfalls durch einen neuen Lederriemen ersetzt.

 

Verwendung

Mit diesem Fernglas hat man durch die hohe Vergrößerung einen guten Blick auf sehr weit entfernte Objekte. Ich persönlich verwende das Glas gerne zur Beobachtung der schwäbischen Alb oder der Alpen vom Schwarzwald aus, besonders von Aussichtspunkten aus. Auf Grund der sehr guten Optik bietet das Fernglas auch ein gestochen scharfes und helles Bild, allerdings kann es kaum noch frei getragen werden. Möchte man ein ruhiges Bild und Details in der Ferne erkennen, erfordert das einiges an Übung und Konzentration oder das Fernglas sollte beim Durchschauen aufgelegt oder abgestützt werden. Auf Grund des hohen Gewichts und auch der großen Abmaßen ist das Fernglas als Begleiter auf größeren Wanderungen aber relativ ungeeignet.

 

Einstufung

Hier handelt es sich um ein sehr hochwertiges Fernglas älteren Fabrikats, das aber inzwischen, speziell in der Ausführung 15x50, ein Liebhaberstück geworden ist. Da inzwischen auch diese älteren Gläser teilweise vom Glasschimmel befallen sind oder in schlechtem Zustand sind, werden die gebrauchten Gläser auch in den letzten Jahren immer knapper und die Preise steigen stark.

Mit dem Fernglas (auf Grund der früheren Verwendung unter anderem beim Militär auch als Feldstecher bezeichnet) können bei guter Sicht beeindruckende Blicke in die weiter Ferne gemacht werden, speziell an Aussichtspunkten, wo das Glas auch aufgelegt werden kann.

Wer auf hochwertige Fernglaser eines traditionellen Herstellers wie Zeiss Jena wert legt und günstig eines erwerben kann, zugreifen! Aber Vorsicht bei Thema Glasschimmel, hier ist das Fernglas schnell unbrauchbar und wertlos.

 

Minox Spektiv

Gerätebeschreibung

Beim Minox Spektiv, vom Typ MD 62 W, handelt es sich um ein optisches Instrument mit einer 45-fachen Vergrößerung und deckt somit Bereiche ab, bei denen die Vergrößerungen von Ferngläsern nicht mehr ausreichend ist.

Es besitzt einen variablen Vergrößerungsbereich 20 - 45-fach und die Eintrittslinse hat einen Durchmesser von 62 mm (daher auch die die Bezeichnung MD 62, das "W" steht für die abgewinkelte Variante). Der große Unterschied ist, das nur mit einem Auge durch das Spektiv geschaut werden kann und somit kein räumliches Bild wie bei einem Fernglas entsteht.

Das Sehfeld beträgt bei dieser enormen Vergrößerung nur noch ca. 29 - 17 Meter auf 1000 Meter Entfernung. Zusätzlich kann auf das Spektiv ein Kameramodul anstatt des Okulars aufgebracht werden, die Befestigung beider Elemente erfolgt über ein Bajonettverschluss.

Die optischen Eigenschaften dieses Spektivs sind sehr gut, die Einschränkungen beim Blick in die Ferne oder ein unscharfes Bild resultieren durch schlechte Sichtverhältnisse.

Dadurch, das es nur eine optische Einheit besitzt und auch die Gehäuse großteils aus glasfaserverstärktem Kunststoff sind, hat es ein Gewicht von ca. 960 Gramm. Verpackt wird das Minox-Spektiv in einer gepolsterter Tragetasche aus Nylon mit Trageriemen. 

 

Verwendung

Mit diesem Spektiv könne Tierbeobachtungen (schon ab 5 Meter Distanz), wie zum Beispiel von Vögeln, gemacht werden aber auch Landschaften oder Objekte in großer Entfernung betrachtet werden. Allerdings kann das Spektiv auf Grund der hohen Vergrößerung nur noch auf einem Stativ verwendet werden. Bei der Beobachtung weit entfernter Objekte (wie zum Beispiel der Alpen vom Schwarzwald aus- Distanz ca. 200 km) müssen die Sichtverhältnisse äußerst günstig sein, dass diese auf dem Bild noch kontrastreich erscheinen.

Das gleich gilt für die Verwendung des Kameramoduls, hier muss eine ausgezeichnete Helligkeit vorhanden sein, damit Aufnahmen gemacht werden können. Auf Grund der hohen Entfernung dauert die Belichtung teilweise sehr lange und auf meinen ersten Aufnahmen war zum Beispiel das Schwanken des Aussichtsturm auf den Aufnahmen erkennbar.

Dieses Spektiv ist nur in Verbindung mit einem Stativ sinnvoll einsetzbar und dadurch ist diese Kombination für eine größere Wanderung mit dem großen Packmaß ungeeignet.

 

Einstufung

Wer gezielt  die Sicht in die weite Ferne sucht und dort Objekte betrachten möchte, oder wer gerne Tiere in der Natur beobachtet, für den ist dieses Spektiv eine lohnende Anschaffung. Für den Alltag und auf Wanderungen ist dieses optische Instrument eher ungeeignet und die Anschaffung mit den relativ hohen Kosten nicht lohnenswert, da sich ein Spektiv auch vielerlei vom Einsatzgebiet eines Fernglases unterscheidet.

Aufgenommene Bilder mit dem Kameramodul von der Sicht in die Ferne sind auf der Homepage unter dem Punkt Aufnahmen enthalten.