Tag 03 Von Memmingen nach München

Nachdem ich die Nacht in einem nicht ganz so tollen Zimmer auf einer "billigen" Designercoach verbracht hatte, regnete es am nächsten Tag erst einmal weiter.

So beschloss ich mich am Frühstücksbuffet in aller Ruhe zu stärken, dieses war auch riesig und die Vielfalt an Speisen und Getränken erfreulich groß. Vom Frühstückstisch aus ging es dann erst einmal in die Regenmontur bevor ich dann langsam mit dem Rad in Fahrt kam. Bei leichtem Nieselregen ging es dann aus Menmmingen hinaus in Richtung München.

Glücklicherweise hörte es  dann nach ca. einer Stunde auf zu regnen und Westwind kam auf. Dieser brachte auch dann sonniges Wetter mit sich und mit diesem Rückenwind ging es dann auch sehr zügig auf dem relativ ebenen Gelände weiter auf die Landeshauptstadt Bayerns zu, teilweise etappenweise mit über 30km/h.

Die Strecke war bunt gemischt, sehr oft landwirtschaftliche Nutzwege und wenig befahrene Landstraßen, seltener Radwege oder Kieswege.

Da es bei diesem herrlichen Wetter auch wieder richtig Spass machte mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, beschloss ich in Landsberg am Lech nur kurz Mittagspause zu machen und stattdessen die wetterbedingt relativ kurze Tagesetappe vom vorherigen Tag wettzumachen. Somit ging es zu einem Edekamarkt, wo ich mir an einem Bäckerstand die berühmte bayrische Leberkässemmel gönnte. Nach der kurzen Rast fuhr ich bei Sonnenschein weiter und in der Ferne zeigten sich bald die ersten Wohnanlagen und Hochhäuser von Fürstenfeldbruck, einer Vorstadt von München. Diese durchquerte ich relativ rasch, denn für München mit den vielen Touristenattraktionen wollte ich mir dafür mehr Zeit nehmen.

In München angekommen musste ich die komplette Innenstadt mit dem Rad durchqueren, dies war durch meinen GPS-Track des Fernradwegs so gegeben. Vorteilhaft daran war, dass ich somit viel Sehenswertes der Stadt anschauen konnte und somit auch zum Beispiel am Gebäude der bayrischen Landesregierung vorbeikam, nachteilig war allerdings der viele Verkehr, das häufige Abbiegen oder wechseln des Radwegs.

Als sich dann aber dunkle Wolken über München zusammenbrauten, beschloss ich doch schnell ein Zimmer in der Stadt zu suchen. An einem erstbesten oder erstschlechtestem Hotel fragte ich somit nach einem Zimmer und bekam dann zum ersten mal zu hören, dass die Stadt auf Grund der IFAT-Messe komplett ausgebucht sei und ich doch besser außerhalb mit ein Zimmer suchen sollte. Somit beschloss ich doch noch aus der Stadt herauszufahren und fuhr damit mitten in den Regen hinein. Nach ca. weiteren 6 Zimmeranfragen (mir wurde ein Zimmer um 250 E in einem Bestwestern-Hotel angeboten, mit Hinweis auf die Messe) und schon 15 km aus der Stadt hinaus war ich dann am Verzweifeln. An einem geschlossenen Gasthaus entdeckte ich dann den Wirt und die Wirtin in der Gaststube, die mir mit viel Zeit und Geduld und etlichen Telefonaten in ihrem Bekanntenkreis ein bezahlbares Zimmer vermittelten, vielen Dank dafür!

Somit machte ich mich die letzten 5km auf den Weg um mein Zimmer zu beziehen und nach ca. 180km Tagesleistung bin ich dann um ca. 20:30 an meiner Unterkunft angekommen.

Abends habe ich es mir dann noch in einer griechischen Taverne "Odysseus" in Grafing gutgehen lassen nach diesem langen und auch harten Tag.


Tourdaten    
     
Startpunkt: Memmingen  
Ziel: Grafing bei München  
Streckenlänge: 175km  
Höhenmeter: 1290m  

GPS-Track zum herunterladen:



Befahrene Fernradwege:

Fernradweg München-Bodensee:


Fernradweg München-Salzburg:



Unterkunft

Name: Hasi's Hotel / Cafe
Adresse:

Griesstraße 5

85567 Grafing

Telefon: +49 (0) 80 92 / 700 70

Zimmerpreis

pro Nacht

(Einzelzimmer

mit Frühstück):

ca. 49 E

(Minizimmer)

Homepage:

http://www.hotelhasi.de/

Unterstellmöglichkeit

Fahrrad:

im Konferenzraum

möglich

Preis / Leistung

gut

Beschreibung:

Hasi's Hotel / Cafe ist ein Hotel, welches für allem für die Übernachtung von Geschäftsleuten im Raum München konzipiert ist. Im Erdgeschoss befindet sich noch ein Cafe mit Bäckerei sowie ein Konferenzraum. Die Zimmer sind modern und neuwertig eingerichtet, sehr sauber und alles benötigte von Duschgel über einen Fön bis Mineralwasser auf dem Zimmer ist vorhanden. Die Dusche ist als Duschkabine im Minizimmer mit integriert

 

Besonderheiten:

Da im Gebäude ebenfalls ein Cafe und eine Bäckerei vorhanden ist, fällt das Frühstücksbuffet besonders groß aus. Viele frische und leckere Backwaren, regionale Joghurts, frisches Obst und hochwertige Tees, alles nach dem was ein Radfahrer am frühen Morgen zur Stärkung bracht.

Leider liegt das Hotel direkt an einer vielbefahrenen Durchfahrtsstraße, somit ist ein Lüften nur mit viel Lärm möglich (vorbeifahrende schwere LKW's am frühen Morgen)


Einkehrmöglichkeiten auf dieser Radtour

Name Taverne Odysseus
Adresse

Marktplatz 3,

85567 Grafing

Homepage https://de-de.facebook.com/TaverneOdysseus
Telefonnummer 08092 862597
Küche griechische Gerichte
Qualität Essen gut-sehr gut
Preis - Leistung gut-sehr gut
persönlich getestet 1x

Beschreibung

Die Taverne Odysseus in Grafing bei München wird familiär von einer griechischen Familie geführt und so werden hier auch traditionelle griechische GErichte serviert.

Die Portionen sind hier sehr groß und der Preis dafür ist relativ günstig. Somit kostet eine große Grillplatte, welche frisch zubereitet ist und auch mit allerlei griechischen Kleinigkeiten (gefüllte Weinblätter, Oliven, Fladenbrot) serviert wird, ca 12 - 13 Euro. Die Preise für die Getränke sind der Region entsprechend und das große Bier kostet ca. 3 Euro. Der Service im Restaurant ist sehr freundlich.

Wie in allen griechischen Restaurants ist die Atmosphäre im Gastraum eher etwas dunkel was allerdings auch dem Stil einer Taverne entgegenkommt. Leider sind die Toiletten in einem renovierungsbedürftigem Zustand auch im Gastraum könnte an der einen oder anderen Ecke etwas modernisiert werden.

Wer nach einer langen Radtour aber abends in gemütlicher und familiärer Atmosphäre frisch gekochte griechische Gerichte kosten möchte und dabei mehr als satt wird, ist hier genau richtig!

 


Impressionen Tag 03

Start am dritten Tag in Memmingen, leider mal wieder in kompletter Regenkleidung eingepackt, denn es regnet immer noch leicht am frühen Morgen.

Die Kirche mit Parkanlage in der Stadtmitte von Memmingen.

Der Blick über das Unterallgäu auf die inzwischen schon sehr nahegerückten Alpen, welche auch bei dem bewölktem Himmel nun deutlicherkennbar sind.

Am Himmel zeigt sich an diesem Tag ein beeindruckendes Schauspiel der Wolken und ich hoffe immer, das der teilweise aussetzende Regen nicht wieder in ein Gewitter umschlägt. Die Landschaft des Allgäus wirkt hier dadurch auch sehr düster.

Kurz nach Landsberg am Lech erscheint plötzlich die Sonne am aufgeklarten Himmel und ich muss mich zum ersten mal auf dieser Radtour mit Sonnenschutzmittel einreiben. Der Westwind beschleunigt nun bei diesem heiteren Wetter zusätzliche meine Anfahrt auf die Landeshauptstadt München.

Eine schöne Kirche kurz hinter Kaufering in einer kleinen bayrischen Ortschaft

Auf diesem mittelalterlichen Gelände bei Kaltenberg finden regelmäßig Ritterturniere sowie mittelalterliche Veranstaltungen statt.

Blauer Himmel und Sonnenschein kurz vor München und eine herrliche Kulisse auf viel Natur. Hier war ein sehr positiver Moment meiner Radreise 2016, nach dem vielen Grau der Vortage.

Und dann stehe ich plötzlich mitten in der Landeshauptstadt München und lasse mich dort von einem netten Touristen am Platz der Feldherrenhalle (Odeonsplatz) fotografieren.

Doch als ich dann die Isar überquere und den bayrischen Landtag vor mir stehen sehe, ziehen am Himmel dunkle schwarze Wolken auf. Und an diesem Abend hatte ich noch die schier unlösbare Aufgabe vor mir, im Raum München bei Messe eine Bleibe für die Nacht zu finden.