Das Radreisewerkzeugset



Begibt man sich auf eine längere Radtour, so ist es immer zweckmäßig, eine minimale aber trotzdem funktionsgerechte Ausstattung an Werkzeug mit sich zu führen, auch genannt das "Radreisewerkzeug".

Bei mir ist dieses Werkzeug immer griffbereit in einer kleinen Reisverschlusstasche (ursprünglich für eine PlayStation Portable vorgesehen) neben meinen Radtaschen gelagert und sobald ich auf eine Radreise oder längere Tour gehe, habe ich sofort und schnell alles Wichtige zum einpacken griffbereit.

Man sollte sich in einer ruhigen Minute Gedanken machen, was für eine eventuelle Panne oder kleinere Reparatur alles an Dingen benötigt wird und dies dann auch fahrradspezifisch zusammenstellen.

In meinem kleinen Werkzeugpacket ist folgendes enthalten:

1. Ersatzschaltzug

Für meine Rohloff-Nabenschaltung habe ich immer einen originalen Ersatzschaltzug dabei, denn ab und dann kann dieser auch reißen.

Auch bei Bremsen, wo ein Bremszug verwendet wird, sollte ein Ersatzzug mitgeführt werden. Wichtig ist dabei, das der Zug nicht gekürzt ist (das Ende Verschweißt) und somit auch der längste Schalt- oder Bremszug ersetzt werden kann, das verschweißte Ende macht ein problemloses Durchfädeln möglich.

2. Kabelbinder

Kabelbinder sind das Universalreparaturmittel schlechthin. Damit können abgebrochene Teile wieder fixiert werden, zusätzlich Gegenstände am Fahrrad angebracht werden und vieles mehr!

Dazu habe ich ein paar verschieden lange Kabelbinder mit dabei, die allerdins in der hochfesten Industriequalität sind und nicht verspröden, wie die billigen Baumarktartikel aus der 1 Euro Artikelbox.

3. Isolierband

Was mit Kabelbindern nicht gerichtet werden kann, wird mit Isolierband repariert:-)

So oder ähnlich kann es sein! Mit Isolierband können Defekte an der Fahrradelektrik behoben werden, Dinge abgedichtet oder wasserfest gemacht werden sowie auch (zerbrochen) Teile wieder zusammengeklebt werden.

Dafür habe ich auch ein sehr hochwertiges PVC-Isolierband im Set dabei, welches auch sehr dehnungsfähig ist und sich Konturen anpassen kann.

Allerdings altern auch diese Isolierbänder und nach ein paar Jahren oder längerer Lagerung in der Wärme sollte dies auch bei Bedarf vor der Tour ausgetauscht werden.

4. Ersatzbremsbeläge

Meistens sind die Bremsbeläge vor einer längeren Tour nicht unbedingt in neuwertigem Zustand, sie aber präventiv bei Tourstart zu Ersetzen wäre auch unökologisch.

Daher nehme ich immer ein paar Bremsbeläge für meine Magura HS33 mit, welche auf einer Tour auch sehr schnell ausgewechselt werden können. Gerade bei großen Abfahrten mit zusätzlichem Gepäck kann der Bremsbelagverschleiß unerwartet höher ausfallen.

Habe bisher immer die Touren ohne einen Wechsel durchfahren können (auch wenn es einmal sehr knapp war und der Bremsgriff schon auf Anschlag war) und wer hier ganz sicher und bequem fahren möchte tauscht die Beläge dann egal in welchem Zustand vor der Tour noch einmal aus.

5. Handreiniger

Wer einmal eine kaputte Kette zusammen genietet hat oder einen Schlauch während der Fahrt ausgetauscht hat, kennt das Resultat in Form von schwarzen Händen.

Daher habe ich in meinem Werkzeug immer eine Tube Handreiniger von TipTop dabei, welcher ohne Wasser funktioniert. Der Inhalt der Tube ähnelt einem Gel, das auf den Händen gleichmäßig aufgebracht wird. Dann wird weiter gerieben und das Gel verbindet sich mit den öligen oder staubigen Resten an den Händen, trocknet weiter aus und löst sich dann restlos (gummiartig) von der Haut ab.

Die Paste ist relativ teuer, eine weitaus günstige Alternative sind Reinigungstücher, wie man sie auch von Imbissbunden kennt, allerdings trocken die auch nach ein bis zwei Jahren aus, daher öfter ersetzen.


Das kompakte Radreiswerkzeug geschlossen. Durch die "Verpackung" wiegt es zwar ein paar Gramm mehr, ist aber sofort bei einer Panne griffbereit und Suchen nach einzelnen Gegenständen entfällt.


6. Draht

In meinem Set befindet sich immer ein Stück Draht (ca. 10 cm Länge, 0,5mm Durchmesser), der in einem Notfall auch zum Reparieren oder Verlängern dienen kann.

7. Ersatzbatterie Tacho / Fahrradcomputer

Was gibt es schöneres, als auf einer Tour die Gesamtkilometer zu erfassen? Und plötzlich ist die Batterie des Radcomputers leer, wie auf meiner Tour vom Königssee in den Schwarzwald im Allgäu. Zum Glück war damals in der Nähe ein Supermarkt und es war kein Feiertag und die Batterie konnte vor Ort ersetzt werden. Seit diesem Erlebnis führe ich allerdings immer eine passende Knopfzelle, welche in den Sender sowie Fahrradcomputer passt, mit mir.

8. Kettenschloss

Reißt die Kette bei einer Nabenschaltung, fehlt damit meist ein Glied für die feste Kettenlänge ohne Spannmechanismus. Daher habe ich ein Kettenschloss habe, welches das defekte oder gerissene Glied ersetzt. Auch bei einer Kettenschaltung kann das Kettenschloss die Reparatur stark vereinfachen und es ist weniger aufwendig, wie mit einem kleinen improvisierten Kettennieter zu hantieren.

9. diverse Kleinteile

Ob Ersatzkäppchen für das Ventil, eine Schraube oder eine Zugendkappe zum verquetschen, hier gibt es verschiedene Kleinteile (auch fahrradspezifisch) welche noch zusätzlich eingepackt werden können.

10. Multitool

Das Multitool ist das Universalwerkzeug am Fahrrad schlechthin, ohne dieses ist fast keine Reparatur möglich. Je nach gewünschter Größe und Gewicht sind ganz unterschiedliche Varianten auf dem Markt erhältlich. Ich empfehle hier lieber ein Werkzeug mit einer mittleren Ausstattung zu nehmen, dafür aber in einer sehr guten Qualität. Denn wenn der Innensechskantschlüssel oder Speichennippelschlüssel schon beim Ansetzen rund wird, dann ist dies nicht sonderlich zweckerfüllend.

Am Multitool sollte allerdings ein Kettennieter, Innensechskantschlüssel (4,5,6mm) sowie ein Nippelschlüssel vorhanden sein.

11. Multitool Zange

Zusätzlich zu meinem Multitool habe ich noch eine kleine Zange der Marke Leatherman vom Typ Multitool Style PS dabei. Mit dieser kleinen Zange können dünne Drähte abgeschnitten werden, Muttern oder Schrauben gegengehalten werden oder die kleine Schere (auch zum Fingernägel schneiden auf Reise:-)) genützt werden.


Das Multitool von Topeak mit Schutztasche sowie die kleine Multitool-Zange von Leatherman.


Reisewerkzeug am Fahrrad

Zusätzlich zu meinem Reisewerkzeugset im Gepäck, habe ich an meinem Fahrrad noch ein paar Dinge für die kleinerer (oder auch größerer) Panne dabei, welche ich auch bei kleinen Touren immer mit dabei habe.

1. Ersatzschlauch

Da ich kein Flickzeug mit mir auf Radtouren oder Radreisen mitführe, habe ich immer einen Ersatzschlauch dabei, der im Pannenfall einfach austauschbar ist oder auch bei größeren Beschädigungen (Riss oder undichter Ventilsitz) Abhilfe leistet.

Den Ersatzschlauch habe ich dazu in einer kleinen Satteltasche gesteckt und zusätzlich in einen festen Zippbeutel verpackt, so dass dieser auch gegen Abrieb geschützt ist.

2. Luftpumpe

Am Flaschenhalter befindet sich meine Kompaktpumpe von SKS, welche mir schon viele gute Dienste geleistet hat, ein unverzichtbarer Gegenstand bei jeder Tour.

3. Reifenheber

Neben meinem Ersatzschlauch in der Satteltasche befindet sich ein paar Reifenheber, welche im Pannenfall zum Wechseln des Schlauchs dienen. Mit diesen Kunststoffreifenheber ist auch die Chance viel geringer, den Schlauch durch einklemmen zu beschädigen, was mit dem improvisierenden Stahlreifenheber am Multitool nicht ganz unwahrscheinlich ist. Außerdem ist ein zweiter Reifenheber oft Gold wert!

4. Ersatzspeichen / Ersatznippel

In Sattelrohr habe ich für mein Vorderrad sowie Hinterrad jeweils zwei Ersatzspeichen integriert. Reißt eine Speiche auf Tour, ist dies sicherlich eine größere Reparatur, welche auch viel Zeit benötigt. Ist hier allerdings nicht auf die Schnelle eine passend lange Speiche vorhanden, kann dies auch eine längere Zwangspause oder ein Ende der Tour bedeuten.

Im Sattelrohr ist genügend Platz für die Speichen und diese können mit einem einfachen Kork aus einer Weinflasche geklemmt werden. Die Ersatznippel habe ich mit Klebeband an ein Speichende festgeklebt.